Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Sie handelt von Bello und Miez. Bello ist ein kleiner Welpe. Geboren wurde er irgendwann im Herbst. Wir wissen nicht wo, denn Bellos Geschichte können wir nur erahnen. Erzählen kann er sie nicht.
Irgendwann kurz vor Weihnachten sucht dann eine Tante ein Geschenk für ihren Neffen Tim. Und weil Tim Hunde sehr gerne hat, kauft die Tante Bello. Er sieht ja so lieb aus, und Tim wird sich sicher freuen.
Am Weihnachtsabend kommt die Tante bei Tim und seiner Familie an, und die Freude ist riesig – allerdings nicht bei Tims Papa. Der mag nämlich keine Hunde. Sie machen zu viel Dreck, sagt er. Vielleicht will er aber auch einfach nicht ständig mit Bello rausgehen, denn Tim ist dazu noch zu klein. Tims Papa ist wütend auf die Tante. Aber die will Bello auch nicht wieder mitnehmen. Erstmal drüber schlafen, sagt Tims Mama.
Am nächsten Morgen bringt Tims Papa Bello ins Auto und fährt mit ihm weg. Mit traurigen Hundeaugen schaut Bello ihm hinterher, als er der Frau im Tierheim Bellos Leine in die Hand drückt und geht. Bello wird Tim und seine Familie nicht mehr wieder sehen. Er versteht nicht, wieso ihn niemand haben möchte. Bello weint. Er jault. Aber es kommt niemand zurück.
Tims bester Freund Lukas hat zu Weihnachten von seinen Großeltern eine Katze bekommen. Sie heißt Miez. Er verspricht hoch und heilig, sich immer um sie zu kümmern, das Katzenklo sauber zu machen und ihr Futter zu geben.
Es wird Frühling und Miez wird größer. Lukas füttert sie und kümmert sich gut um sie. Die Wochen vergehen, und manchmal vergisst Lukas jetzt, dass Miez Futter braucht. Lukas’ Mama muss sich dann um sie kümmern, und dann schimpft sie mit Lukas.
Jetzt hat Lukas Miez seit einigen Monaten. Es ist wärmer geworden und Lukas möchte am liebsten den ganzen Tag draußen spielen. Immer öfter vergisst er Miez. Dann hat Lukas’ Papa genug. Lukas’ Mama füttert Miez jetzt jeden Tag, und das Katzenklo muss Lukas’ Papa sauber machen.
So findet sich auch Miez bald darauf im Tierheim wieder. Hier wartet sie mit vielen anderen Katzen, Hunden, Kleintieren und Vögeln auf ein neues Herrchen. Vielleicht hat sie Glück. Vielleicht auch nicht.
Jedes Jahr werden nach Weihnachten viele Tiere in Deutschlands Tierheimen abgegeben. Oft, weil sie unüberlegt verschenkt wurden. Die Anschaffung eines Tieres ist etwas, worüber man lange und gründlich nachdenken sollte. Es gibt viele Fragen, die geklärt werden sollten:
- Erlaubt der Vermieter die Tierhaltung? Hunde sind meist genehmigungspflichtig, bitte auch bei Katzen nachfragen.
- Ist die Unterhaltung des Haustieres gesichert? Die Kosten für Hundesteuer, Futter, Tierarzt, Pflege sind höher als die Anschaffungskosten. Das muss gut überlegt sein!
- Habt ihr genügend Zeit, euch um das Haustier zu kümmern? Besonders ein Hund braucht viel Auslauf und Beschäftigung. Er leidet seelisch und körperlich, wenn er täglich 7 Stunden allein bleiben muss!
- Gibt es jemanden, der sich um das Tier kümmert, wenn ihr im Urlaub oder krank seid?
- Habt ihr genügend Platz, ein Tier artgerecht unterzubringen?
- Wird sich euer Leben in nächster Zeit ändern? Auch Veränderungen wie Umzug, Berufs- oder Schulwechsel müssen bedacht werden.
- Leidet ein Familienmitglied an einer einer Tierhaar-Allergie?
- Ist die ganze Familie mit dem “tierischen” Zuwachs einverstanden? Dies gilt besonders für die weiblichen Familienmitglieder, an denen die Tierpflege oft hängenbleibt.
- Kinder können die Verantwortung für ein Tier noch nicht alleine tragen. Sie verlieren schnell das Interesse oder vergessen die Versorgung des Tieres. Wenn ein Kind ein Haustier bekommt, sollte euch als Eltern immer klar sein, dass im Endeffekt für die Versorgung ihr zuständig seid.
Wer gerne einmal testen möchte ob ein Haustier infrage kommt, kann zum Beispiel beim örtlichen Tierheim nachfragen, ob er regelmäßig mit den Hunden aus dem Tierheim spazieren gehen darf. Hundeausführer werden eigentlich immer gebraucht. Und auch Katzen und Kleintiere freuen sich über einen Besuch. In einigen Tierheimen darf man auch mit ihnen schmusen – einfach nachfragen.
Hat das Weihnachtsüberbleibsel dann Glück, bekommt es ein neues Zuhause. So wie Valentina, die beim Super Pet Award mitmachen wollte, um ihn all den anderen Tieren aus dem Tierheim Wangering zu widmen. Denn natürlich sind sie alle Super Pets. Sie würden so gerne einen Menschen glücklich machen. Aber unüberlegtes Verhalten sorgte dafür, dass sie diese Chance nicht bekamen.
Und so bitte ich euch heute stellvertretend für all die Tiere in den Tierheimen: Verschenkt keine Tiere zu Weihnachten!