Als ich am Dienstag Nachmittag den Pattepu von der Kita abholen wollte, fiel mir genau in dem Moment, in dem ich meine Wohnungstür zuzog, siedend heiß ein, dass ich nicht kontrolliert hatte ob mein Schlüssel in meiner Tasche war. Panisch in meiner Tasche wühlend stellte ich dann fest, dass er nicht da war. Das ist typisch, wirklich – normalerweise sehe ich immer bevor ich rausgehe nach ob ich meinen Schlüssel habe, weil ich ein furchtbar verpeilter Mensch bin. Und wenn ich das dann einmal nicht mache, liegt er natürlich prompt gemütlich drinnen in der Wohnung – und ich stehe draußen vor der Tür, die gerade ins Schloss gefallen ist.
Was nun? Ich versuchte zunächst mit meinem Bibliotheksausweis die Tür aufzubrechen – im Fernsehen sieht das ja immer so leicht aus und die Karte hat etwa die gleiche Stärke wie diese Spezialkarten zum Türen öffnen. Ich bekam sie auch an der Kante vorbei in die Tür, aber leider nicht nach unten gezogen, weil sie immer umknickte. Auch die Ikea-Karte, die etwas stärker, aber nicht ganz so dick wie eine herkömmliche Scheckkarte ist, brachte keinen Erfolg.
Also lief ich erstmal in Richtung Kita, denn ich musst ja den Pattepu abholen. Auf dem Weg rief ich meine Nachbarin an um zu fragen wann sie zuhause sei, um im Notfall bei ihr warten zu können bis mein Mann abends von der Arbeit käme. Leider war sie gerade an diesem Tag auf einem Betriebsausflug. Ich musste also eine andere Lösung finden. In der Kita ließ ich mir Stift und Papier geben und nahm meinen soeben gefassten Plan in Angriff.
Unser Vermieter hat in einem Safe Ersatzschlüssel für die Wohnungen aufbewahrt, was mir schon ein paarmal den Hintern gerettet hat, denn dies ist beileibe nicht das erste Mal dass mir dies passiert. Leider ist er vor kurzem nach Niedersachsen gezogen und hat die Vermieterpflichten an seine Exfrau übergeben. Meine Hoffnung war nun dass sie auch die Schlüssel hat. Allerdings stellte sich mir das Problem, dass ich ihre Telefonnummer noch nicht im iPhone gespeichert habe, und von meinem Vermieter nur die Festnetznummer – die nun natürlich nicht mehr existiert.
Also suchte ich im Online-Telefonbuch nach ihrem Nachnamen, denn mehr wusste ich nicht von ihr. Ich hoffte dass sie im gleichen Ort wohnte wie ihr Exmann und wählte die Nummer der einzigen Frau dieses Namens in besagtem Ort. Dann stammelte ich etwas um, ob sie die Frau wär von dem Mann der da in der Straße Soundso die Häuser hat. Und hatte Glück: Sie war es, sie hatte auch die Schlüssel, und sie war zuhause. Ich müsse allerdings vorbeikommen und mir den Schlüssel abholen.
Also mit dem Pattepu ab zur Bushaltestelle und einen Ort weiter zum Wohnort der neuen Vermieterin gefahren. Die richtige Haltestelle und eine Beschreibung wie ich zu ihrem Haus komme hatte sie mir gesagt, aber die Beschreibung war irgendwie komplett falsch – oder ich habe sie mir falsch gemerkt. Aber zum Glück hilft Google Maps da weiter und so fand ich nach ein wenig umherirren dann die Adresse und konnte den Schlüssel abholen, und dann ging es mit dem Bus wieder zurück. Vorher musste ich natürlich nochmal 20 Minuten warten, weil mir der Bus vor der Nase davon fuhr.
Obwohl ich nicht weit fahren musste, hat mich die ganze Aktion dank der Rumlauferei und verpasstem Bus gute zwei Stunden gekostet. Außerdem jede Menge Nerven und Blasen an den Füßen, denn eigentlich wollte ich ja nur eben den Pattepu abholen und nicht stundenlang in neuen Flip Flops durch die Gegend latschen.
Ja, und ich kann nicht mal sagen dass mir das durch den Schock nie wieder passiert, denn wie gesagt, es ist nicht das erste Mal. Ganz und gar nicht. Ich bin einfach ein unglaublich verpeilter Mensch, und wenn ich nicht alles mehrfach kontrolliere vergesse ich alles mögliche. Da ist Hopfen und Malz verloren, fürchte ich. 
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12 Comments
Ohje das kenne ich :-)
Durch meine Schusseligkeit musste ich im Winter mal 3 Stunden mit zwei Kleinkindern “rumkriegen”. Ich habe jetzt aber von einem Schlüsselaufbewahrungsdienst hier in der Nähe erfahren, den ich wohl nutzen werden, obwohl das natürlich kostet :-(
…wie meine Freundin :-) Es gibt da so Dinger (ich weiß nicht wie die Dinger heißen), die macht man sich an den Schlüsselbund, und wenn man pfeifft oder klatscht dann pfeift es zurück. Das wäre mal eine Überlegung wert…
Ja, so ein Ding hatte ich wohl mal…. funktioniert nicht sonderlich gut, wenn man es sucht reagiert es nicht und wenn es direkt neben einem liegt nervt es unentwegt weil es einfach so losgeht.
Ja, so ist die Technik, wenn gehen soll dann geht es nicht…
Hab letztens mein Portemonnaie mit 600 Euro Bargeld Inhalt im Zugabteil liegen gelassen und es noch in letzter Sekunde vor der Abfahrt des Zugs bemerkt. Mein Puls war lange nicht mehr so hoch….
Habe letzten Monat meine komplette Tasche in der Tram liegen lassen -.-”. Was das alles kostet. Ausweis neu, Bankkarte neu, erstmal sperren lassen und und und was da alles noch so an Karten und Zeugs drinne war.
War da einfach zu blöd…
Thaha, so geht es uns glaub ich alle von Zeit zu Zeit. Wir passiert das meistens mit meiner Geldtasche, da musste ich auch schon öfters eine neue Bankomat Karte anfordern
Toller Post, weiter so…
Für solche Fälle kann ich euch den Schlüsselpaten empfehlen. Hier kann man seinen Haus- oder Autoschlüssel einlagern lassen und bekommt ihn bei Verlust garantiert innerhalb einer Stunde zugestellt. Ist auf jeden Fall billiger als der Schlüsseldienst. Eine gute Alternative, wenn man neu in der Stadt ist und niemand Fremden seinen Schlüssel anvertrauen möchte.
Grüße
Hihi, sehr “lustige” Story. Mir ist das ganze mal dummerweise im Urlaub in Italien passiert, das Ende vom Lied war damals ein kaputtes Fenster und jede Menge gestresste Leute. Na ja, thats life! Wer kennt das nicht…
Der vermieter hat ersatzschlüssel zu allen wohnungen? Sowas ist rechtlich unzulässig! Dem würd ich was husten….
die geschichte ist echt zum

mir ist sowas auch schon passiert, allerdings hatte ich den schlüssel, fand aber die wohnung nicht mehr … zumindest nicht gleich.
war relativ neu in der gegend.
danke für die nette story
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Neu auf Angis Blog: "Ey Mann, wo is mein Schlüssel?" http://bit.ly/ivjE1G
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