Das Twinterview: @photonity

photonity

Im heutigen Twinterview habe ich mit @photonity über Augen, blöde Witze, Fotografie, Twitter und Möpse gesprochen. Oder auch nicht gesprochen. Ich glaube er mag keine Möpse. Oder doch. Oder nicht. Man weiß es nicht. Auf jeden Fall war es ein sehr interessantes und unterhaltsames Interview und hat mir großen Spaß gemacht! Ein ganz wundervoller Augenblick in der Geschichte des Twinterview!

Hallo photonity! Bist du bereit für dein Twinterview?

Bereit!

Du betreibst eine Website unter der Domain einaugeistgenug.de. Woher der Name kommt erkennt man aber auch unschwer an deinem Avatar: Du hast nur ein Auge. Das war auch schon immer so. Empfindest du das auf irgendeine Art und Weise als Einschränkung?

Ich kenne es nicht anders, da ich direkt so geboren wurde. Früher habe ich zwar “echt 3D” gesehen, aber das ist lange her und so konkret erinnere ich mich nicht. Das Gehirn rechnet sich eine Art eigenes 3D zurecht, ich hab mich also damit arrangiert. Gerade weil ich es nicht anders kenne, kann ich zu Einschränkungen wenig sagen.

Ich merke allerdings z.B. beim einparken das ich da mehr Platz brauche als andere oder manchmal beim einschenken von Getränken oder so. Ich dürfte allerdings z.B. nicht LKW fahren oder vermutlich nicht Pilot werden.

Auf deiner Website hast du ein Video, in dem du das alles ein wenig erklärst. Auch dass du eine OP am Auge hattest, welches vorher verwachsen war. Dass du früher irgendwann einmal 3D sehen konntest bedeutet also, dass das Auge im Prinzip irgendwann mal “funktioniert” hat?

Ja genau. Es hat früher wohl ganz gut funktioniert.

Beim Augenarzt gab es da so einen Sehtest, mit einer dreidimensionale Fliege auf einem Brett. Als Kind musste ich immer der Fliege den Flügel anfassen. Irgendwann hab ich gesagt “ne, das geht nicht” weil das 3D-sehen weg war. Der Prozess war aber schleichend, ich erinnere mich an keine konkrete Situation als es plötzlich weg war. Ich habe dann aber immer weniger gesehen, es kamen Schmerzen dazu und irgendwann war die Sehkraft so schlecht und die Schmerzen so groß, dass ich mit dem Augenarzt besprochen hab “raus damit”.

Was ist das genau für eine Krankheit? Ist das Auge quasi zugeschwollen oder zugewachsen, und konnte deshalb immer weniger sehen?

Es ist eigentlich eine Erbkrankheit, die kann aber auch spontan auftreten. Ein Gendefekt. Bei mir in der Familie ist keiner bekannt der sie hat, es gibt aber auch sehr viele verschiedene Ausprägungen. Fängt bei Cafe au Lait Flecken an, kann aber auch zu solchen Verwachsungen führen. Die Verwachsung hat den Sehnerv angegriffen.

Kann dir das nochmal passieren? Bestünde etwa die Gefahr, dass das andere Auge auch angegriffen wird?

Ich glaub nicht, es gibt ja noch Karma und so.

Gute Einstellung! Allgemein hat man den Eindruck dass du mit dem Thema ziemlich locker umgehst. Es wirkt nicht so als ob du dich damit belastest. Bist du mit dir selbst im Reinen?

Ich hab es für meine Zeit als weltbester Fotograf zu meinem Markenzeichen und Vorteil gemacht, außerdem sieht man es ja. Da kann ich es jetzt schlecht verheimlichen. Außerdem finde ich einen offenen Umgang wichtig und schätze das auch bei anderen Menschen.

Ich denke mal im großen und ganzen bin ich das, ja, ich halte mich für ausgeglichen entspannt und wie du ja weißt, sehr kluk.

Kluk! Auf jeden Fall! Ok, reden wir Tacheles. Dein Auge schreit geradezu nach Wortwitzen. Es springt einem regelrecht ins – ähemm, ja. Du siehst was ich meine. Und manchmal will man dir auf etwas antworten, tippt schon sowas wie “das kann aber ins Auge gehen” oder “da hab ich ein Auge drauf”, einfach weil es grad in dieser Situation passt, und dann fällt einem ein dass du das als Anspielung auf dein Auge sehen könntest, und man formuliert es um. Wie ist das für dich? Beziehst du sowas dann auf dich? Oder ist das nur mein paranoider beidäugiger Verstand, der mir bei Sprüchen über Augen ein komisches Gefühl gibt?

Ich hab damit kein Problem, im Gegenteil, ich mache das selbst immer wieder. Hab da mal eben was recherchiert:

Aber ich kenn das, hab mal zu einer blinden Frau im Bus “auf Wiedersehn” gesagt, das kam mir danach auch dumm vor.

Aber es sind allgemeingültige Floskeln, glaub kaum das jemand ernsthaft ein Problem damit hat.

Das ist genau so ein Beispiel, ja. Wobei ich zugeben muss dass es bei dieser Reply vielleicht nicht so ganz unabsichtlich war. So ein bisschen vielleicht. Okay, nein, es war absichtlich. Es war ein Augenwitz. Ich sagte ja, Augenwitze sind sehr verlockend. Ich schäme mich aber dafür! 😩

Nerven dich denn solche Witze? Oder stehst du da total drüber, kannst eventuell sogar manchmal selber drüber lachen?

Dachte ich mir, aber ist auch ok, ich war bissl frech. Da kann ich dann gut mit nem Konter leben.

Ich kann über Behindertenwitze lachen, auch wenn sie auf Kosten meiner eigenen Behinderung gehen. Ich kann gut austeilen aber auch einstecken.

Ich finde, wenn man über eine bestimmte Gruppe von Menschen KEINE Witze machen würde, dann wäre das Rassismus. Witz-Rassismus. Zur (Sorry für das Buzzword) Inklusion gehören auch Behindertenwitze und sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen.

Das habe ich schon von vielen Menschen, auch von Menschen mit Behinderungen, gehört. Es ist dir also quasi lieber, nicht mit Samthandschuhen angefasst zu werden?

Ja na sichi.

Du hast, nachdem du zunächst einen anderen Weg eingeschlagen hast, dich als Fotograf selbstständig gemacht. Was fotografierst du am liebsten?

Da bist du jetzt etwas schlecht vorbereitet, ich fotografiere gar nicht mehr, oder nur noch sehr selten.

Wieso das?

Der Markt für Fotografie ist massiv übersättigt. Was mir damals geholfen hat (Aufhebung der Meisterpflicht) hat sich extrem nach oben geschraubt und jetzt fotografiert jeder Otto. bzw meint jeder Otto fotografieren zu können. Die kreative Schöpfungskette wird nicht mehr wertgeschätzt, man ist eher der Techniker der mit seinem Equipment kommt und abdrückt. Die Gedanken die man sich macht, welche Bildsprache und welche Fotos zum Kunden passen etc, das sehen die Kunden nicht mehr.

Außerdem bin ich immer sehr schnell von etwas gelangweilt, ich hatte einfach nicht mehr so Bock. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu schlecht oder vielleicht von allem ein bisschen. Genau weiß man das nicht. Und mit “bin” mein ich natürlich “war”.

Ist das ein bisschen so die Krux daran, wenn man sein Hobby zum Beruf macht? Dass man darüber den Spaß daran verlieren kann?

Ja das kann gut sein. Ich habe wirklich sehr viel fotografiert, sehr hart gekämpft, 1000 Projekte die damit zu tun haben gemacht etc. Vllt war es auch ein bisschen der Overkill. Es ist schon ein Ziel, das einstig schöne Hobby wieder zu entdecken, aber momentan fotografiere ich kaum bzw gar nicht.

Dann hoffe ich mal dass du bald wieder Spass daran findest! Ich drücke die Daumen! ✊🏼

Hier auf Twitter bist du, im Gegensatz zu vielen anderen, mit deinem richtigen Namen unterwegs. Man könnte also sagen du bist ein seriöser Account. Ernsthaft und professionell. Oder wie siehst du dich?

Danke, das ist der Plan. Ach es ist beides, passt aber zu dem “sich selbst nicht zu ernst zu nehmen” Ding. Ich nutze den Account schon auch zur Selbstdarstellung, aber ich mag mich auch nicht verstellen oder mir die Mühe machen noch mehr als die 3 Fake Accounts die ich habe zu betreuen. Daher liest man auch immer wieder Quatsch und Albernheiten. Manchmal sogar mehr als Businesskram. Wem das nicht passt, der kann ja ganz einfach entfolgen oder mich nicht buchen :)

Warte, du hast 3 Fake-Accounts? Wittere ich da einen Skandal? Postest du etwa heimlich Penisbilder?

Darüber möchte ich jetzt nicht sprechen.

Also doch! Unglaublich! Hast du keine Angst dass das mal ins Auge geht und jemand deinen Penisaccount findet?

Ich weiß nicht wovon du sprichst, außerdem ist das diskriminierend und das prangere ich an. Ich werde mich an die Genfer Behindertengeneralvertretung wenden.

Nein nein, ich nehms zurück. Nicht Genf. Bitte nicht Genf! 😩

Schnell das Thema wechseln. Wie lange bist du schon auf Twitter? Und wie hat es dich hierhin verschlagen?

Ich werde nochmal ein Auge zudrücken, aber wenn das nochmal passiert dann werde ich zum Hulk.

Ich habe das eben recherchiert und konnte rausfinden: “Beigetreten Februar 2009”. Ich probiere neuen Kram meistens gern aus, so auch Twitter. Am Anfang war ich wie vermutlich die meisten selten da und dachte eher es ist quatsch. aber seit dem Projekt @munichlovesu würde ich sagen finde ich es geil.

Ich hab auch grad über Twitter schon richtig viele Menschen kennengelernt, also in der echten Welt. Ein paar Freundschaften sind entstanden et. Bei Facebook ist es bei mir andersrum, da adde ich tendenziell erst wenn man sich schon kennt. Bei Twitter lerne ich viele erst kennen, nachdem man sich gefolgt ist.

Ich gelobe Besserung. Indianerehrenwort!

Also auch ein alter Hase, willkommen im Club. Was ist das für ein Projekt?

Das war ein rotation curation Projekt, 52 Wochen lang konnte je ein Münchner sein München vorstellen und eine Woche den Account übernehmen. Moment… hier: https://munichlovesu.wordpress.com/

Das klingt interessant!

Gibt es denn jemanden den du ganz besonders gern liest? Einen Lieblings-Twitterer oder eine Lieblings-Twitterin?

Nee, das wechselt. Meine Follow-Liste ist auch bunt gemischt aus Business, Freundschaften und Albernheiten.

Und andersherum? Gibt es jemanden, der dich ganz besonders nervt?

Oh ja. Aber da entfolge ich dann auch schnell. Ich mag diese “du folgst mir, ich muss dir auch folgen” oder “wir sind Freunde, wir müssen uns folgen” Denke nicht. Ich folge jemand wenn ich den Account interessant finde, und entfolge wenn der Account nervt, langweilig wird oder länger als 1/2 Jahr nix mehr gepostet hat. Da räume ich alle paar Monate mal auf.

Kommen wir zu den wirklich wichtigen Themen. Möpse. Was hältst du von Tittenselfies?

Überbewertet. Sollte es mehr geben. Ja. Nein.

Du musst dich schon entscheiden! Das geht so nicht!

Das war so nicht abgesprochen.

Na gut, ich merke schon, das ist ein sensibles Thema. Keine Möpse. Ok.

Kommen wir zur nächsten Frage. Wenn du einen Tag lang Möpse hättest, was würdest du tun? Also so richtige Euter! In Dolly Buster Größe!

via GIPHY

Nicht solche Möpse! Orr! Ok, lassen wir das. Nächste Frage. Wenn du drei Dinge auf eine einsame Insel mitnehmen dürftest, welche wären das?

Zählen Menschen ausnahmsweise als Ding?

Ja, Menschen sind ok!

Das machts natürlich einfach und schwer zugleich. Wen wählt man da. und wie lang bleibt man auf der Insel? vltl jemand den ich mag und jemand den ich nicht mag, damit es spannend bleibt. Und mein Smartphone mit Akkupack. Ne Badehose und ein Handtuch vllt noch. Und ein Kasten Bier.

Es ist eine einsame Insel. Man kommt nicht von dort weg. Das geht so nicht! Entscheide dich für drei Dinge!

Badehose. Handtuch. Bier.

Wieso wolltest du dann wissen ob du Menschen mitnehmen darfst? Das ist ja grauenhaft, man könnte denken du bist eine Frau, die können sich auch nie entscheiden! 😩

Ich hab überlegt ob ich Menschen mitnehm, aber das kann auch schnell anstrengend sein. Bier ist nie anstrengend. Ich bin lieber trocken als nass, also das Handruch und wenn doch jemand kommt will ich nicht nackt sein -> Badehose.

Das klingt jetzt wieder sehr logisch und vernünftig. Ok, doch keine Frau.

Letzte Frage! Wenn ein Bauer 10 Kühe hat und eine heißt Elfriede, warum ist der Hund abgehauen?

Oh schon vorbei? Weil er (der Hund) das patriarchalische Prinzip das der Bauer auf seinem Hof umsetzt nicht gutheißt und er meint, eine bessere Welt zu finden. Wg der Chemtrails galoppiert er in die Hände der Reptiloiden. Dort geht es ihm leider auch nicht besser als auf dem Hof. Am Ende tut es dem Hund leid, aber dann ist es zu spät.

Elfriede hat damit gar nix zu tun, der Hund ist Veganer.

Eine Geschichte direkt aus dem Leben. Wundervoll!

Ich danke dir für das Interview, es war sehr spannend und unterhaltsam. Nun darfst du mir noch deinen Lieblingstweet von dir nennen und ihn hier im Beitrag präsentieren!

Das ist einer, den finde ich so lustig das ich ihn sogar angepinnt hab. Leider findet den sonst kaum jemand so lustig wie ich, dafür müsst ihr ihn jetzt hier nochmal anschauen.

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3 Antworten

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