Nach einigen postbedingten Wirrungen – erst kam der Paketbote um halb neun Uhr morgens statt wie sonst zwischen 12 und 13 Uhr und traf mich nicht an, dann landete mein Paket in der Postfiliale in Rheidt statt in Mondorf – darf ich nach langer Suche und gespanntem Warten nun endlich eine wirklich tolle iPad-Tasche mein eigen nennen.

Die iPad-Tasche “Berlin” wurde mir von KAVAJ zur Verfügung gestellt, wofür ich mich hier nochmal herzlich bedanken möchte! KAVAJ ist ein sehr junges Unternehmen mit Sitz in Ulm (nein, nicht um Ulm und um Ulm herum
), das hochwertige Taschen für Tablets und Smartphones herstellt. Gegründet wurde es 2011 von Kai Klement und Jörg Kundrath, nachdem diese feststellten dass es einfach keine vernünftigen Taschen für das iPad gibt, die auch noch schick aussehen.
Allein das machte mich neugierig, denn bisher war dies auch meine Überzeugung – und der Grund, weshalb mein iPad oft zuhause bleiben musste. Damit es nicht mehr einsam und traurig alleine dort herumliegen muss, musste also eine Tasche her, die es sicher von allen Seiten schützt, gut sitzt und dabei aber möglichst wenig aufträgt, schick aussieht und das iPad nicht verschandelt, sondern zu seinem edlen Design passt. (Ich habe ja schon wirklich grauslige Cases gesehen. Schlimme, schlimme Geschichten.)
“Ultradünn, modisch, anwenderfreundlich und aus sehr gutem Material” – das war das Ziel der Gründer von KAVAJ, und das entspricht genau dem was ich von einem iPad Case erwarte. Die Tasche “Berlin” wird aus echtem Leder hergestellt und das riecht man auch, sobald man sie aus ihrer Verpackung befreit hat: Herrlich duftender Leder-Geruch! Das Leder ist schön weich und angenehm anzufassen; der Deckel ist leicht wattiert und trägt das aufgeprägte KAVAJ-Logo in einer Ecke – sieht sehr edel aus! :-)

Das iPad wird in die Tasche geschoben und mit einer Lasche befestigt, die unter das iPad geschoben und dort mit einem Klettband befestigt wird. Die Lasche kenne ich bereits von anderen Hüllen, den Unterschied macht das Klettband: Es hindert sie am herausrutschen und hält das iPad in Kombination mit der exakten engen Passform bombensicher an seinem Platz.

Die Innenseite der Tasche besteht aus Flanell, einem sehr weichen Stoff, der das iPad wohlig watteweich umhüllt. Wenn der Deckel geschlossen ist liegt er außerdem nicht direkt auf dem Display auf, sondern auf dem Rand der Tasche. Das sieht nicht nur besser aus – ich erinnere mich da an meine Hülle für das iPad 1, bei der dies ganz furchtbar gelöst war; mit einem breiten Rand und einem Deckel der sich darin einpasste – sondern bietet einen zusätzlichen Schutz vor zu starker Reibung.

Ein weiterer Pluspunkt der “Berlin” ist die integrierte Wake-Up-Funktion. Als das iPad 2 herauskam und Apple das Smartcover präsentierte, war ich vom Auto-Wake-Up von Anfang an begeistert. Ein Smartcover käme aber für mich niemals in Frage; weil es die Rückseite nicht schützt, weil Nutzer von deutlichen Kratzern durch die Befestigung des Smartcovers am Rand des iPad berichteten – und weil es einfach unverschämt teuer ist für einen einfachen Plastikdeckel. Und zusammengemurkste Kombinations-Lösungen aus Smartcover und Hard- oder Softcase für die Rückseite sind auch nicht wirklich meine Vorstellung von einem schönen und wirkungsvollen Schutz. Die Hülle von KAVAJ bietet den Auto-Wake-Up und der funktioniert einwandfrei – ich bin so fasziniert davon, dass ich erstmal ein Dutzend Mal den Deckel auf- und zuklappen musste, um zu bestaunen wie das iPad auf magische Art und Weise an- und ausgeht.

Die Oberseite des iPads wird von der Tasche nur am Rand verdeckt – auch das sieht einfach besser aus als ein komplett verdeckter Rand. Zudem kann so auf eine Aussparung für die Frontkamera und eine Lösung für den Homebutton verzichtet werden. Der Homebutton ist wohl der am häufigsten genutzte Button am iPad und sollte frei zugänglich sein. Besagte Hülle für das iPad 1 hatte an dieser Stelle eine Lederschicht über dem Button, durch die er gedrückt werden musste – ihr könnt euch vermutlich vorstellen wie das nach einem Jahr Nutzung aussah.
Dass die Tasche möglichst dünn ist und das schicke flache iPad nicht in ein klobiges Ding verwandelt war für mich einer der wichtigsten Faktoren. Die Tasche “Berlin” erfüllt meine Erwartungen in dieser Hinsicht vollkommen: Das Leder auf der Rückseite ist superdünn, der Deckel, obwohl leicht gefüttert, liegt schön flach auf, und das iPad in der geschlossenen Hülle sieht immer noch aus wie ein iPad, und nicht wie irgendein 08/15 Tablet-Ziegelstein.

Die Tasche verfügt über eine Standfunktion mit zwei Positionen: Flach zum tippen und hochkant zum Aufstellen. KAVAJ bietet auch Hüllen an die mehr unterschiedliche Positionen ermöglichen; für das neue iPad wäre da das Modell “Hamburg”. Für mich reichen aber die zwei Positionen, da ich mein iPad ohnehin am liebsten auf dem Schoß liegend nutze. Auch bedeuten mehrere Positionen meist eine zusätzliche Lage auf der Rückseite, die die Hülle wieder dicker macht – und mich stören würde.

Für die Standfunktion wird der Deckel nach hinten geklappt und in die dafür vorgesehene Lasche geschoben, die sich auf der Rückseite befindet. Hier fällt mir besonders positiv auf, dass die Lasche nicht einfach auf die Rückseite genäht oder geklebt wurde, sondern von innen eingebracht und vernäht. Dadurch ist sie so flach wie eben möglich und trägt auf der Rückseite kaum auf – auch hier punktet die “Berlin” wieder mit ultradünner Passform.

Für die Anschlüsse für Dock Connector und Kopfhörer sowie für Lautsprecher, Mikrofon und Stumm/Kipp-Schalter hat die Hülle Aussparungen, der On/Off-Schalter und die Lautstärketasten dagegen bleiben unter der Hülle. Damit ihre Position sichtbar bleibt und sie sich auch in der Tasche einwandfrei bedienen lassen, sind sie ins Leder eingeprägt und über dem jeweiligen Schalter ist das Leder leicht nach außen gebeult.
Hier findet sich der einzige kleine Makel der Hülle, den ich entdecken konnte: Beim ersten Einschieben des iPad rastete der On/Off-Schalter ein und ließ sich nicht mehr bedienen, weil durch die enge sehr genaue Passform und die Tatsache dass der Schalter sich so nah an der Ecke befindet das Leder an dieser Stelle zu fest spannte und den Schalter nicht mehr zurückschnellen ließ. Dank einer hilfreichen Amazon-Bewertung (danke, lieber Unbekannter) hat sich dieses Problem aber schnell erledigt: Einfach mit dem Finger das Leder an dieser Stelle von innen etwas dehnen, und schon funktioniert alles wunderbar.
Alle Anschlüsse sind also problemlos nutzbar und auch das Laden in der Hülle ist kein Problem. Und: Sowohl im Langzeit-Nutzungstest gestern über mehrere Stunden hinweg als auch beim anschließenden Laden über das Netzteil konnte ich keinen übermäßigen Temperaturanstieg feststellen, die Wärme staut sich also nicht in der Hülle.

Mein Fazit: Ich liebe diese Tasche! Ernsthaft, sie ist die Erfüllung all meiner kühnsten iPad-Taschen-Träume. Sie sieht echt gut aus, sie sitzt bombensicher und schützt das iPad vor Stößen und Kratzern, alles funktioniert genau so wie es soll und sie ist tatsächlich ultradünn – dünner als ich es bisher je bei einer Leder-Tasche gesehen habe. Da hat KAVAJ einen wirklich guten Job gemacht! Ich kann die Tasche jedem nur empfehlen. Neben der schwarzen Variante gibt es die “Berlin” auch noch in der Farbe Cognac, mir persönlich gefällt schwarz besser. 
Auch preislich ist die “Berlin” ein echter Knüller: Für 49,90 € kommt sie zu euch nach Hause – das sind gerade mal 10 Euro mehr als das Smartcover von Apple aus fiesem Plastik, und das für eine Echtleder-Tasche mit Wake-Up-Funktion und Rundumschutz. Das ist ein wirklich guter Preis! Zusätzlicher Pluspunkt: Da der Verkauf aussschließlich über Amazon erfolgt und durch den Einsatz von Amazon Fulfillment auch der Versand, ist dieser kostenlos und Amazon Prime-Kunden wie ich gelangen so in den Genuss von kostenlosem Express-Versand – heute bestellt, morgen geliefert – vorausgesetzt der Paketbote spinnt nicht plötzlich, aber da können ja weder KAVAJ noch Amazon was für. 
Einen kleinen Verbesserungsvorschlag oder eher eine Idee hätte ich schließlich dann noch: Ich fände ja ein Gummiband zur zusätzlichen Sicherung des Deckels wär schön. Ihr wisst schon, wie bei den Moleskine Notizbüchern und Kladden. Der Deckel wird von den Magneten gut gehalten, aber in meiner chaotischen Handtasche, in der jede Menge Krempel herumfliegt, würde sich das iPad mit einem hübschen Gummiband noch ein bisschen sicherer fühlen. Und ich mag diese Bänder irgendwie einfach; ich habe ein Mini-Notizbuch mit Gummiband, das ich nie nutze, aber in meiner Handtasche mit mir herumtrage, einfach weil es so schön ist. Man könnte das Gummiband farbig machen. Au ja, in Pink! Ein pinkes Gummiband für die “Berlin”. Wie wär’s? 
Übrigens: Wenn ihr bei KAVAJ etwas kauft, leistet ihr damit immer einen kleinen Beitrag für die Umwelt. KAVAJ ist Mitglied der Organisation 1 % for the planet und spendet einen Prozent des Umsatzes für den Umweltschutz. Und natürlich findet ihr das Unternehmen auch in den wichtigsten Social Networks: Auf Facebook, Twitter und auch auf Youtube, wo es schicke Produktvideos zu bestaunen gibt. Schaut euch am besten gleich mal dort um, wenn ihr auch noch immer auf der Suche nach der einen iPad-Tasche seid, die ihr dann nie wieder hergeben wollt. 

Das ist schon realistischer, so wird es vermutlich eher enden. Schließlich habe ich auch als das iPhone 4 vorgestellt wurde gesagt dass ich das 3Gs vieeel schöner finde und es gar nicht haben will… und wie die Geschichte geendet hat wissen wir ja. 






































