Ich habe ja immer schon gerne und viel gezeichnet. Früher in der Schule wurden Hefte und Ordner vollgekritzelt, und auch meine Kalender waren meistens voll mit irgendwelchen Skizzen und Bildern. Durch Sailor Moon kam ich dann irgendwann zum Manga-Stil, den ich auch heute noch am liebsten mag. Leider komme ich aber viel seltener dazu, daher bin ich wohl in den letzten Jahren etwas aus der Übung gekommen.
Nichtsdestotrotz stand schon im letzten Jahr, als ich mein erstes iPad bekam, fest: Darauf will ich zeichnen. Was ich damals nicht wusste: Der kapazitive Touchscreen des iPad, der es so wunderbar einfach mit den Fingern bedienbar macht, eignet sich weniger für die Verwendung mit einem Stylus – die Spitze des Stylus muss eine gewisse Dicke haben und aus einem leitfähigen Material sein, damit das Display auf den Stift reagiert. Die dicke Spitze macht genaues zeichnen mit dem Stift aber natürlich schwierig – weshalb ich bisher davon abgesehen habe, mir einen Stylus zuzulegen.
Nun hat sich in den letzten Monaten einiges getan und es gibt ein paar Stifte speziell für das iPad, die größere Genauigkeit und realistischeres Zeichnen versprechen. Meine Wahl fiel so nach ein wenig Recherche auf den Bamboo iPad Stylus von Wacom. Und zu meinem Glück gab es den auch nach ein paar Tagen Wartezeit beim nächstgelegenen Elektronik-Markt (ja, die mit den dummen Werbesprüchen
).

Konzipiert wurde der Bamboo iPad Stylus speziell zum schreiben und zeichnen. Von der Größe und dem Gewicht ähnelt er einem normalen Kuli; dadurch liegt er gut in der Hand und sorgt schonmal für ein realistisches Stift-Feeling. Es gibt da ja einige Stifte von diversen Zubehör-Herstellern, die sind so lang wie ein Streichholz – das geht mal gar nicht! Der Bamboo Stylus dagegen passt einfach. Zum Kuli-Design passt auch der Clip zum befestigen an Jacke und Co., der auch abgenommen werden kann.
Was ihn aber zu meiner absoluten Nummer-1-Wahl machte, war die Spitze: Die ist nämlich laut Herstellerangaben 25 % schmaler als die Spitzen vergleichbarer Stifte, sie hat 6 statt 8 mm. Das klingt erstmal nicht viel – ist aber durchaus ein deutlich sichtbarer Unterschied, wie man im Vergleich von macnews im letzten Bild erkennen kann. Die Spitze besteht aus einem weichen, leitfähigen und gummiartigem Material, das wunderbar über das Display gleitet.
Die Spitze ist aßerdem austauschbar, auch dies unterscheidet den Bamboo Stylus von anderen Stiften. Im Wacom Online-Shop können Spitzen nachbestellt werden, für den Fall dass das Material einmal Schaden nimmt oder irgendwann abgenutzt ist. Das ist sinnvoll, denn das weiche Material ist natürlich durch seine Beschaffenheit ein bisschen empfindicher als eine Kuli-Spitze. 
Und wie testet man einen Stift zum zeichnen am besten? Richtig! Indem man zeichnet. Gesagt getan, ich habe mir die App “Sketchbook Express” heruntergeladen (nebenbei eine sehr geniale App, vielleicht gibts mal einen gesonderten Review dazu
) und losgelegt. Und ich muss sagen, für den ersten Versuch und dafür dass ich total aus der Übung bin, ist es gar nicht so schlecht geworden!

Ein kleines Pikachu habe ich einige Tage später vor mich hingekritzelt, und gestern Abend spontan eine knuffige Hello Kitty.

Mein Fazit: Der Stylus hat mich überzeugt, er tut was er soll und das auch sehr zuverlässig. Seinen durchaus stolzen Preis von rund 30 Euro ist er mir auf jeden Fall wert. Das zeichnen geht mit dem Bamboo Stylus gut von der Hand, auch längere Zeichensessions sind kein Problem – an der ersten Zeichnung habe ich durchaus einige Stunden gesessen, bis ich damit zufrieden war.
Mit einer dicken Kissenpolsterung als Ablage lässt es sich wunderbar chillig mit dem iPad auf dem Sofa zeichnen. Ich muss zugeben, das hat was!
Den Stylus gibt es im Wacom-Shop direkt für 29,90 € zu bestellen, zuzüglich Versandkosten in Höhe von 6 €. Alternativ gibt es ihn zum Beispiel ab 34 € bei Amazon
; da hier die Versandkosten entfallen somit 2 € günstiger. Auch Saturn z.B. führt den Wacom Bamboo, hat ihn nach meiner Erfahrung allerdings nicht immer vorrätig.
Zuletzt noch ein kurzer Hinweis auf die hauseigene Notiz-App vom Wacom: Bamboo Paper kann kostenlos im App-Store heruntergeladen werden und dient zum handschriftlichen notieren und skizzieren. Die App verfügt über eine Handauflagenunterdrückung, mit der sich wohl verhindern lässt dass die Hand beim schreiben und zeichnen Spuren auf dem Zeichenpapier hinterlässt – bisher habe ich dieses Feature aber noch nicht getestet.