Momentan bin ich ja wieder mal regelmäßig beim Zahnarzt, weil eine meiner Wurzeln entzündet ist. Letzten Montag hat meine Zahnärztin dann auch gleich Zahnstein weggemacht und dabei festgestellt, dass ich Demineralisierungen an den Zähnen habe. Grund dafür kann sein, dass man zu viele säurehaltige Getränke zu sich nimmt. Tja, da brauch ich mich ja nicht lang fragen woran es liegt – schießlich bin ich hochgradig colasüchtig, das Zeug schmeckt einfach zu gut!
Nur leider wurde mir nun von meiner Zahnärztin dringlich nahegelegt, meinen Colakonsum deutlich zurückzuschrauben und vorerst ganz einzustellen, damit die demineralisierten Zähne mit Elmex Gelee usw. eventuell noch eine Chance haben, sich zu remineralisieren. Ansonsten müsste man nämlich an einem Zahn deswegen eine Füllung machen, weil die Demineralisierung so weit fortgeschritten ist, dass die Zahnsubstanz gefährdet ist. Ein herber Schlag für mich. Erstmal dachte ich dabei allerdings nur an den Genuss, der mir in Zukunft entgehen würde.
Was dann kam, damit hatte ich nicht gerechnet. Nach einem Tag ohne Cola fühlte ich mich abends irgendwie schlapp, früher müde als sonst und irgendwie lustlos. Am nächsten Tag war ich morgens nach dem aufstehen noch platter als sonst. Ich bin nun defintiv kein Morgenmensch und döse auch gerne mal im Bus auf dem Weg zur Uni ein, aber an diesem Morgen war ich echt am Ende. Dazu kam, dass langsam aber sicher ein fieser Kopfschmerz in meiner linken Schläfe zuckte.
Mittags war ich wieder zuhause und legte mich erstmal mit dem Pattepu zusammen hin, weil ich mir sicher war dass ein paar Stunden Schlaf helfen würden. Großer Irrtum! Als ich aufwachte dröhnte mein Kopf wie wahnsinnig, ich konnte die Augen kaum aufhalten und dachte, ich müsste sicherlich gleich sterben. Ich trank eine Capri-Sonne, aß ein großes Stück Kuchen und erwog sogar, eine Tasse Kaffee mit ganz viel Zucker drin zu trinken, weil sich mir langsam der Verdacht aufdrängte, dass nicht der Zucker, sondern das Koffein in der Cola meinem Körper fehlte. Nach zwei Schlucken tat ich diese Idee aber ganz schnell wieder ab. Kaffee ist so widerlich! 
Schließlich, nach stundenlanger Quälerei, kroch ich auf dem Zahnfleisch zum Kiosk und kaufte mir eine Flasche Cola. Ich stürzte das erste Glas herunter wie eine Wahnsinnige, und nach dem zweiten merkte ich, wie langsam meine Lebensgeister zurückkehrten. Nach kurzer Zeit war die Flasche leer, und ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen, aber keine Kopfschmerzen mehr. Ich war zwar noch etwas groggy, aber fühlte mich wieder einigermaßen gut.
Und so musste ich mir eingestehen, dass man offensichtlich tatsächlich süchtig nach Cola sein kann. Ob es nun das Koffein ist oder der Zucker (oder beides in Kombination), die Tatsache dass ich lange Zeit so gut wie nichts anderes als Cola getrunken habe, hat offensichtlich dazu geführt, dass sich mein Körper daran sehr gewöhnt hat. Und dass es ihm fehlt, wenn es plötzlich weg ist. Das hat mich, muss ich zugeben, doch ein bisschen schockiert. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, die Cola einfach wegzulassen. 
Die vergangenen beiden Tage habe ich dann nach und nach weniger Cola getrunken, heute waren es zwei Gläser. Ich habe immer wieder ein leichtes Drücken im Kopf und komme morgens nach wie vor sehr schwer aus dem Bett, aber es lässt sich ertragen. Innerhalb der kommenden Woche will ich dann vollständig von der Cola “runter sein”. So ein sanfter Entzug ist doch schonender, und ich habe wirklich keine Lust, mich nochmal einen Tag lang so mies zu fühlen wie am Donnerstag. 
Was lernen wir daraus? Cola ist Teufelszeug, sie macht ernsthaft abhängig. Zwar tötet sie keine Gehirnzellen, aber sie schleicht sich heimlich an. Der nette grinsende dicke Weihnachtsmann kann ja auch nichts böses im Sinn haben, oder? Von wegen! 