…aber auf mich hört ja keiner. (Grmbl, ich habe diesen Artikel gestern als Local Draft auf meinem iPhone geschrieben, weil ich im Krankenhaus keinen Empfang hatte, und dann kam ich nicht mehr in die App rein und musste sie neu installieren. Jetzt kann ich den Artikel nochmal tippen.) Aber fangen wir mal ganz von vorne an.
Ihr wisst ja wahrscheinlich, dass ich mir in den letzten Tagen Sorgen wegen meiner Narbe gemacht habe. Sie schmerzte und verursachte Kopfschmerzen. Donnerstag morgen war sie dann wieder deutlich geschwollen – zumindest war das meine Meinung. Ich rief also beim Krankenhaus an, in dem ich operiert wurde, und machte einen Termin am frühen Nachmittag. Dann noch schnell eine Überweisung bei meiner Hausärztin holen und warten.
Im Krankenhaus kam ich ausnahmsweise mal wirklich schnell dran – aber was dann folgte, kommt mir immer noch vor wie ein schlechter Scherz. Der Arzt hat sich die Narbe nicht mal richtig angesehen. Auf meine Erläuterungen – Narbe wieder dick, Kopfschmerzen, Narbe schmerzt, ich kann die Augenbraue nich hochziehen ohne dass sie ein fieses Stechen durchzieht – meinte er bloß, Narben würden manchmal ein wenig anschwellen und wehtun, das wär halt so. Da aber beim letzten Mal keine Entzündung festzustellen gewesen sei, sondern nur Narbengewebe herausgeholt wurde, würde man da jetzt nichts machen. Außerdem sehe man ja nichts (!). Ich solle abwarten, und dann wurde ich wieder nach Hause geschickt.
Ich kam mir sowas von ver*** vor! Dummerweise fallen mir in solchen Situationen leider nicht spontan die Dinge ein, die man dazu sagen sollte/würde/könnte: Zum Beispiel wie er sich das vorstellt, ob ich jetzt den Rest meines Lebens mit einer Art Harry-Potter-Narbe herumrennen soll, mit dem Unterschied dass es keinen Lord Voldemort braucht damit sie schmerzt, oder ob er Tomaten auf den Augen hat, dass er nicht sieht wie geschwollen meine Narbe ist. So sagte ich leider nicht viel, weil ich einfach nur baff war.
Ich holte mit erstmal Rat bei meiner Hausärztin und erfuhr, dass ich nichtmal eine Überweisung für einen anderen Chirurgen bekommen kann – weil man pro Quartal nur eine Überweisung je Arzt-Sorte bekommt. Bürokratie, juhu. Also fuhr ich nach Hause.
Samstag morgen erwachte ich, um festzustellen, dass die Schwellung nochmal um einiges zugelegt hatte. Sie drückte nun von oben auf mein Auge, was die Kopfschmerzen natürlich nicht gerade besser machte. Auch in die andere Richtung hatte sie sich ausgebreitet. Ich habe mal ein hübsches Foto davon gemacht, wie sie zu diesem Zeitpunkt aussah:

Zu diesem Zeitpunkt beschloss ich dann, ein anderes Krankenhaus aufzusuchen. Dann zahle ich halt 10 Euro Notfallgebühr, mein Gott. Nachmittags fuhr ich los und wartete dort dann leider um die zwei Stunden, weil viel los war und Notfälle vor mir dran kamen, zum Beispiel ein kleiner Junge mit einem gebrochenen Arm. Das ist ja logisch. Leider hatte ich kein Netz im Krankenhaus, so dass ich leider nicht twittern konnte, ich habe es gerade mal geschafft bei Gowalla einzuchecken.
Und dann kam ich dran. Der Arzt hat sich geduldig alles angehört – schließlich musste ich ja weit vorgreifen und die Geschichte der ersten OP von Anfang an erzählen. Dann schaute er sich die Narbe genau an – hat sie abgetastet (aua) und dann hat er mal Tacheles geredet.
Punkt A: Im Gesicht ist es grundsätzlich schwierig zu operieren, dort laufen Nerven und Kanäle lang die Verbindung zum Gehirn haben. Geht dort etwas schief, kann man im schlimmsten Fall eine Hirnhautentzündung bekommen.
Punkt B: Er selber hätte diese Stelle nicht opriert, sondern mich zur Gesichtschirurgie in der Uniklinik geschickt.
Punkt C: Er sei sehr verwundert, dass die Kollegen in dem anderen Krankenhaus sich da dran getraut hätten. Das sei keine Sache, die in ein normales Krankenhaus gehört.
Punkt D: Eine Entzündung liege definitiv vor. Er könne sich vorstellen dass man die Entzündung mit hochdosierten Antibiotika in den Griff bekommt. Da er jedoch kein Spezialist sei, wolle er das nicht selber entscheiden, sondern mich an die Uniklinik überweisen.
Ich war schockiert. Ich hatte Recht. Aber sowas von Recht! Da war eine verdammte Entzündung! Und die war bestimmt nicht erst seit Samstag da. Nun wurde ich also in die Uniklinik geschickt, und zwar am gleichen Abend noch. Der Arzt hat gleich dort angerufen und Bescheid gegeben dass ich komme, und dann habe ich mich auf den Weg gemacht.
Mittlerweile war es schon sieben Uhr rum. Die Uniklinik ist etwas weiter weg, und so war ich sehr froh also ich endlich dort war und nicht so lange warten musste wie im Krankenhaus. Die Ärztin dort war ebenfalls sehr nett und brachte einige weitere Erkenntnisse. So darf man wohl eine Entzündung nicht einfach aufschneiden und herausholen, weil man dann Gefahr läuft nicht alles zu erwischen, und sie irgendwann wiederkommt. Ach, sowas! Wie schön dass die sich da nicht dran gehalten haben beim ersten Mal als die Narbe sich entzündet hatte.
Schließlich bekam ich die Wahl, ob ich aufgenommen werden möchte und intravenös Antibiotika bekomme, oder ob ich lieber Antibiotika in Tablettenform nehme. Ich habe mich für letzteres entschieden – ich müsste ja jemanden finden der sich um den Pattepu kümmert und ihn morgens in die Kita bringt, da Tom nächste Woche Frühschicht hat, wie soll das gehen?
Falls es nicht besser wird, muss ich allerdings auf jeden Fall sofort wieder hin und dort bleiben. Ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird! Das würde wirklich schwierig werden. Nun sitze ich also hier, habe AB für zehn Tage, eine antiseptische Lösung mit der ich Kompressen machen soll sowie einem starken Schmerzmittel, das mich zwar endlich schmerzfrei macht, aber gleichzeitig auch ziemlich matschig im Kopf.