Die Universität Bonn eröffnet ab Sommer 2010 eine neue Kindertagesstätte. So weit so schön – wäre da nicht ein kleiner Haken: Wie auch schon die KiTa des Studentenwerks, ist die Einrichtung den Studenten vorbehalten, die auch in Bonn wohnen. Ich halte das für ziemlichen Nonsens. Studierende mit Kind haben der Natur der Sache nach meistens auch einen Partner und wohnen nicht in Studentenwohnheimen, sondern in Wohnungen. Und die sind nunmal in den umliegenden Städten meist günstiger als in Bonn selber.
Natürlich gibt es auch Mütter unter den Studenten, die in Bonn wohnen, völlig klar. Aber ich glaube eben dass es auch viele gibt, die in der Umgebung wohnen. Und denen bleiben die dringend benötigten Plätze vorbehalten? Vermutlich ist man der Meinung, dass es ja in den umliegenden Städten auch KiTas gibt. Das stimmt. Aber auch in Bonn gibt es KiTas, die nicht von der Universität betrieben werden. Wenn wir “auswärtigen” Studenten auf die städtischen KiTas zurückgreifen sollen, wieso nicht auch die Bonner?
Das Hauptproblem ist aber folgendes: So muss ich erstmal noch eine halbe Stunde lang mit dem Bus nach Hause fahren. Meine KiTa schließt um 16.00 Uhr. Ich muss daher meine Kurse so legen dass möglichst wenig nach 16 Uhr liegt. Dennoch muss ich dann alle zwei bis drei Wochen, wenn mein Mann Spätschicht hat, an den Tagen an denen ich bis vier habe – was meistens der Fall ist – früher den Kurs verlassen um Sean rechtzeitig abholen zu können. Alles so zu legen dass nichts nach 14:00 Uhr liegt, ist utopisch – 14:00 – 16:00 ist nunmal eine der Zeitspannen, zu denen sehr viele Kurse liegen. Orientiert an den Öffnungszeiten der KiTa des Studentenwerks wird die Kita der Uni wohl je nach Wochentag zwischen 16.15 und 17:00 Uhr schließen – genug Zeit also, um auch bei Spätschicht das Kind abzuholen, da ich ja erst danach nach Hause fahren müsste.
Und noch ein Kritikpunkt: Die U3 Plätze werden nur an NachwuchswissenschaftlerInnen – schätze mal das meint Doktoranden etc. – vergeben, Studenten bekommen nur Plätze für Kinder über 3 Jahren. Hallo? Studenten haben doch eher jüngere Kinder, da sie nunmal im Normalfall jünger sind als NachwuchswissenschaftlerInnen. Das ist einfache Logik. Wer hat sich das bloß ausgedacht?








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