Manchmal möchte ich wieder Akten kopieren

Bachelor-Studenten haben ein hartes Leben. Im Grunde könnte man auch weiter zur Schule gehen. Die meisten Vorlesungen (die jetzt übrigens Plenum heißen) und Übungen sind vorgegegeben, es gibt kaum Wahlmöglichkeiten. Ständig Klausuren, für die man Stoff pauken muss, der einen im Grunde nicht interessiert – dabei soll ein Studium doch eigentlich eigenverantwortliches Lernen bedeuten. Idealbild ist für mich das Studium um des Studierens willen, nicht verschultes Lernen mit Anwesenheitslisten und Sanktionen bei mehr als zweimaligem Fehlen. Und das Ding ist halt: Ich hasse Schule. Wie die Pest.

Aber so ist es nunmal. Da sehne ich mich manchmal zurück nach meiner Ausbildungszeit. Ich habe nämlich Rechtsanwaltsfachangestellte gelernt, und da musste ich nicht lernen. Die Berufsschule war so pupseinfach dass ich fast nie da war und trotzdem in der Prüfung mit 1,x abschnitt. Also nix mit Schule. Und auf der Arbeit habe ich eine Menge Akten kopiert. Das heißt: a) Einen Stapel Blätter aus Akte A nehmen, in den automatischen Einzug legen und warten. Währenddessen kann man sich fantastisch kreativ beschäftigen. So hing über unserem Kopierer nach einiger Zeit eine Karikatur aller Mitarbeiter, gezeichnet auf einer Pappunterseite einer Papier-Schreibtischunterlage.

Nächster Schritt: b) Kopierte Blätter wieder einheften, c) Kopien lochen und ebenfalls einheften. Ihr seht, das ist keine wirkliche Herausforderung. Aber irgendwie hat’s Spaß gemacht. Manchmal. smilie

Dozenten gibts…

…die gibt’s gar nicht. Aber fangen wir von vorne an. Da haben wir den guten Herrn Meier*, seines Zeichens Dozent. Er lehrt nicht nur bei uns, sondern wohl auch noch an einigen anderen Unis – weswegen er auch immer zu spät kommt. Blame the train, er reist nämlich immer extra an um uns mit seiner Weisheit zu beglücken. Und der böse Zug kommt halt immer zu spät.

Neben einigen unschönen Eigenarten wie der Angewohnheit, ständig irgendwelche Aufzeichnungen von Zitaten vorzuspielen – selbstverständlich von ihm gesprochen – die leider absolut unverständlich sind; Windows XP auf einem Macbook installiert zu haben und ach überhaupt! – hat er dummerweise das Pech, eine ziemlich langweilige Vorlesung erwischt zu haben.

Aber heute hat er einen richtigen Knaller gebracht: Nachdem er ankündigte heute eine “gemütliche Weihnachtssitzung” zu veranstalten, startete er einen seltsamen Film. Seinen Kommentar dazu habe ich nicht verstanden, da es zu laut war. Allerdings war der wohl auch ziemlich irrelevant, denn nur Minuten später verkündete er, wir sollten uns nicht wundern, er wäre jetzt kurz weg. Er müsse nämlich jemanden vom Bahnhof abholen.

Ja, und dann ging er. Nach einigen Sekunden unverständigen Starrens auf den projizierten Film und das leere Dozentenpult entschieden sich im Folgenden die meisten von uns, den Hörsaal zu verlassen. Und so bin ich jetzt auf dem Weg nach Hause. Und – was hättet ihr gemacht? Wärt ihr geblieben?

*Name geändert *g*

Warten aufs Tutorium

Ich sollte wirklich öfter meinen Uni-Mailaccount abrufen. Hätte ich das getan, dann hätte ich nämlich mitbekommen, dass meine 12-Uhr-Übung heute ausfällt. Prinzipiell habe ich ja nichts gegen Ausfälle – aber irgendwie ist es mir halt lieber, wenn sie a) am Anfang des Stundenplans für den akuellen Tag liegen und vorher bekannt sind oder b) falls sie nicht vorher bekannt sind am Ende des Stundenplans liegen. So ungeplant zwischendrin, das mag ich gar nicht.

So sitze ich nun hier auf der Treppe vor dem Übungsraum und warte, dass es 14 Uhr wird, damit ich das Tutorium hinter mich bringen kann. Danach ist nämlich Schluss für heute und ich kann endlich nach Hause, zum Pattepu und meinem bequemen Sofa. Bis dahin spiele ich halt noch ein bisschen mit dem iPhone-Hund. smilie

Jetzt kann’s losgehen

Heute habe ich mich bei der Uni Bonn eingeschrieben. War eine ganz schöne Aktion! Die Einschreibungsfrist war vom 21. bis 22.09.2009. Genau, zwei Tage! Und das Studentensekretariat hat nur vormittags auf. Jedenfalls stand es so in meinen Unterlagen.

Eigentlich wollte ich schon gestern gehen. So habe ich also am Sonntagabend alle Unterlagen zusammengesucht. Ich war mir sicher, dass ich alle habe: Abizeugnis, Exmatrikulation vom Jurastudium, Personalausweis, Einschreibeformular, Zulassungsbescheid, Bescheinigung der Krankenkasse sowie für den Ausnahmeantrag von der Studiengebühr eine Kopie von der Geburtsurkunde meines Sohnes.

Und dann der Schock: Wo ist die Bescheinigung der Krankenkasse? Ich hatte sie vor gut einem Monat angefordert und das ganze danach gedanklich abgehakt – und nun fiel mir auf, dass sie nie angekommen war. Gut, nicht so schlimm. Ich fasste den Entschluss einfach einen früheren Bus zu nehmen – Tom hat Frühschicht und ich somit kein Auto – um dann vorher noch in Duisdorf die Bescheinigung bei der Geschäftsstelle der Krankenkasse abzuholen.

Dann habe ich mir, pedantisch wie ich bin, Gott sei Dank noch einmal alles durchgelesen. Und festgestellt, dass ich für den Ausnahmeantrag noch eine Meldebestätigung für mich und den Pattepu brauchte! Komisch, ich hatte doch im Sekretariat nachgefragt was ich für den Antrag benötige, und dort wurde mir nur gesagt, dass ich eine Kopie der Geburtsurkunde vorlegen muss!

Das Rathaus hat auch nur vormittags auf. Mit dem Bus erst nach Niederkassel, dann nach Duisdorf und dann zum Sekretariat, das hätte ich niemals geschafft. Also bin ich gestern morgen zum Rathaus gefahren und habe eine Meldebestätigung abgeholt. 4 Euro hin und zurück, 6 Euro für die Bestätigung. Nachmittags mit em Auto nach Duisdorf, für die Bescheiningung der Krankenkasse. Und heute morgen ging es dan endlich zur Einschreibung nach Bonn. Pro Fahrt 3,30. Macht summa summarum 16,60 Euro für die ganze Aktion. *bg* Da soll noch einmal jemand sagen, öffentliche Verkehrsmittel seien günstiger! Wie gut dass ich ab Oktober wieder mein Studententicket habe.

Dann geht es also bald los! Endlich. smilie

Jetzt kanns losgehen

In diesem Augenblick halte ich meine Zulassungsbescheinigung der Uni Bonn in den Händen. Gerade eben ist sie angekommen: Germanistik im Hauptfach und Medienkommunikation im Nebenfach. Das ganze nennt sich dann neuerdings Bachelor of Arts.

Nun kann es also losgehen! Der Pattepu ist in der Kita gut untergebracht, meine Zulassung ist da, ich kanns gar nicht glauben wie gut alles läuft in letzter Zeit. Noch ein Grund, der für eine akute Glückssträhne oder auch ein generelles erhöhtes Glücksaufkommen spricht. smilie

Endlich wieder Roller fahren

Heute habe ich meinen Roller bei meinen Eltern abgeholt. Zuerst gehörte er meinem großen Bruder, dann habe ich ihn bekommen um damit zur Schule zu fahren, und als ich mit der Schule fertig war bekam ihn mein kleiner Bruder. Der braucht ihn jetzt auch nicht mehr, und so kann ich endlich wieder haben und damit zur Uni fahren. Juhu!

Die Fahrt von Troisdorf nach Mondorf eben hat einen Riesenspass gemacht. Ich hatte schon völlig vergessen, wie lustig Roller fahren ist. smilie

Meine erste Leiche…

Heute habe ich meine erste Leiche gesehen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Eine echte tote Leiche. (Nein, ich glaube nicht dass es auch lebendige Leichen gibt… ) Ich sitze nichtsahnend in der Rechtsmedizin-Vorlesung, als auf einmal der Professor die vorderen Reihen bittet, ihm in den Autopsiesaal zu folgen. Also aufgestanden und schön brav hinterhergetrottet.

Im Autopsiesaal riecht es etwas eigenartig, aber es ist auszuhalten. Schon beim reinkommen sehen wir in der Mitte des Saals eine Bahre, darauf ein weißes Tuch. Unter dem Tuch zeichnet sich ein Körper ab. Der Professor zieht sich Handschuhe an, und wir stehen allesamt um die Bahre herum und starren, die einen mehr, die anderen weniger neugierig, auf das was dort liegt. smilie

Dann zieht der Professor behutsam das Tuch herunter, so dass der Oberkörper freiliegt. Der Kopf ist mit einem Handtuch zugedeckt. Auf der Bahre liegt ein fast weißer, sehr dünner Körper. Unser Toter starb vermutlich an einem ärztlichen Behandlungsfehler, genau wissen wir das aber noch nicht, erst muss noch die Autopsie durchgeführt werden. Wir bekommen die Totenflecken gezeigt und den Einschnitt im Hals, durch den der Mann beatmet wurde.

Nach einer Viertelstunde ist es dann auch schon wieder vorbei und wir gehen zurück in den Hörsaal. So schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte, war es gar nicht. Sehr zerbrechlich wirkt so ein toter Körper, irgendwie wird man traurig, und es wird einem sehr deutlich bewusst, dass das Leben irgendwann zuende geht.

Von Bonnern und Jurastudentinnen

Übungsfälle sind schon manchmal wirklich unsinnig. Nicht nur, dass unser Bonner B schon so ziemlich jedes Verbrechen begangen hat, das man als Otto Normalbürger so begehen kann – jetzt muss er sich auch noch mit der Stadt herumschlagen, weil keiner im Juridicum sauber macht. Das ist doch mal ein sozialer Verbrecher, der setzt sich für arme hilflose Studenten ein! Da kann man doch glatt hinwegsehen über all die Körperverletzungen, Überfälle und Morde.

Jurastudentin J überlegt währenddessen, ob sie den Prüfungsausschuss verklagen soll, um noch zur Zwischenprüfung zugelassen zu werden. Vermutlich hätte sie gleich B fragen sollen, denn der kennt da noch den Bob, der kümmert sich da dann schon drum… Allerdings bestätigt sich hier die landläufige Meinung, dass Jurastudenten immer gleich jeden verklagen. Ihre Freundin K, die Kunststudentin, hätte dagegen wohl einfach mit dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses geschlafen. Da muss sie dann die Prüfung nicht mal mehr mitschreiben, um zu bestehen… smilie

Disclaimer: Dieser Post beinhaltet eine gewisse Ironie und impliziert keinesfalls, dass Kunststudentinnen mit Prüfungsausschussvorsitzenden zu verkehren pflegen. smilie

Neulich in der Vorlesung…

Juragirl rettet die Welt!

Juragirl