
Dieses Jahr war ich zum ersten Mal in meinem Leben auf der FedCon. Wenn man bedenkt dass sie bis vor kurzem noch in Bonn war, ist das ja schon etwas seltsam – noch vor ein paar Jahren hätte ich dafür nur kurz nach Bonn fahren müssen, und nicht zweieinhalb Stunden mit viel Umsteigerei nach Düsseldorf. Trotzdem war es ein wahnsinnig toller Tag, auch wenn die Deutsche Bahn ihr bestes tat um ihn mir madig zu machen: Am Bonner Hauptbahnhof musste ich auf der Hinfahrt erstmal feststellen, dass der Zug, den mir die Fahrplan-App ausgespuckt hatte, ein Intercity war. Mit meinem Studententicket kann ich damit nicht fahren – also umplanen und eine halbe Stunde länger auf die Regionalbahn warten.
In Düsseldorf angekommen war ich dann erstmal etwas ratlos: Die App wies den nächsten Zug als “Schw-B” aus – der Logik nach also eine Schwebebahn. Meines Wissens ist Wuppertal jedoch die einzige Stadt, in der es eine Schwebebahn gibt. Des Rätsels Lösung: Am Düsseldorfer Flughafen gibt es eine, in der Tat schwebende, Bahn namens Skytrain, die als Zubringer zu den Terminals und Parkplätzen dient. Und die wird in der App eben als Schwebebahn bezeichnet. Das könnte man irgendwie deutlicher benennen, finde ich.
Am Terminal irrte ich dann erstmal einige Minuten umher, um meinen persönlichen FedCon-Führer Fox zu treffen. Die Herumlauferei mit dem Telefon am Ohr ergab schließlich, dass der Flughafen zwei Ebenen hatte – ich war in der oberen, er in der unteren. Schließlich haben wir uns dann aber doch gefunden und es ging endlich zum Maritim, das nur wenige Meter vom Flughafen entfernt ist.
Jede Menge tolle Kostüme gab es da zu bewundern – Star Trek Uniformen, Klingonen, Stormtrooper, gleich zweimal Darth Vader, einen unglaublich tollen Darth Maul, Prinzessin Amidala, Predator, drei graue Engel, von denen ich mich immer noch frage wo sie herkommen, und viele mehr. Natürlich habe ich alle fotografiert die mir vor die Linse kamen. 

In einem Raum gab es eine Ausstellung, in der es Modellbauten, Accessoires, Fanarts und mehr zu sehen gab. Am schönsten waren aber definitiv die drei kleinen Star Trek Schweinchen! Ich glaube die sind gehäkelt – heißt doch so, oder? Ich persönlich bin ja handarbeitstechnisch total unbegabt. Ich kann aufgerissene Nähte einigermaßen passabel wieder zusammennähen, da erschöpft es sich aber auch schon. Eigentlich schade, sonst könnte ich mir auch so Schweinchen häkeln!
Natürlich gab es auch jede Menge Merchandise zu kaufen. Ich konnte nicht widerstehen bei der niedlichen Stoff-Enterprise, die ich schon auf Facebook irgendwo gesehen hatte und die auch der Pattepu toll fand. Viel habe ich davon jetzt aber übrigens nicht, er gibt sie nämlich nicht mehr her und muss sie jede Nacht in seinem Bett haben. Wenn ich sie mir mal ausleihen möchte muss ich ganz lieb fragen und ihm versprechen dass er sie gleich wieder bekommt, ansonsten keine Chance! 
Neu ist seit diesem Jahr das FedCon-Maskottchen: Eine blaue Katze, oder etwas in der Art. Auf jeden Fall ist es knuffig und so wanderte noch ein Maskottchen als Schlüsselanhänger in die Mitbringsel-Tasche.

In einem weiteren Raum gab es einige tolle Fotokulissen: Ein Maschinenraum und eine Jefferies-Röhre, Star Wars Charaktere wie Yoda und gleich drei R2D2, von denen einer auch mit einer Fernsteuerung durch die Gegend rollte und piepte und blinkte – hach!
Und auch ein paar Klingonen hatten ihr Lager dort aufgeschlagen. Im Gegensatz zu landläufigen Vorurteilen waren sie aber alle sehr freundlich und umgänglich.
Einer von ihnen trug ein Alien auf der Schulter mit sich herum. Das muss sich wohl irgendwie verlaufen haben!
Um etwa 17 Uhr schließlich war es endlich so weit: Die Warteschlange für den Hauptgrund, aus dem ich auf die FedCon wollte, wurde ausgerufen. So reihten Fox und ich uns ein, nachdem wir zuvor noch einige Zeit auf dem Flur herumgesessen hatten und auf das Warten gewartet hatten (und ich die Zeit nutze, um an einer Steckdose auf dem Flur mein iPhone ein bisschen aufzuladen, dessen Akku schon sehr strapaziert war).
Nach einigen Minuten Ansteherei, die uns durch die Mitwartenden und ein paar Albereien wohl nicht so lang vokam wie sie tatsächlich war, stand ich dann tatsächlich in einem Raum mit Jonathan Frakes. Riker-Schatzi. Hach, ich war ja so verliebt in ihn in den 90ern!
Und er sieht immer noch richtig knuffig aus finde ich. Er hat wieder ein bisschen abgenommen, auf Fotos der letzten Jahre war er schon etwas in die Breite gegangen. 
Ja, und dann stand ich plötzlich vor der Kamera, neben mir der großartige Jonathan Frakes, und er sagte “Hello!” und grinste, legte den Arm um mich und strahlte in die Kamera. Ich war einfach nur völlig geflasht und habe versucht nicht zu debil zu grinsen, das erste Foto wohl irgendwie verhauen und nach dem zweiten artig danke gesagt und noch ein niedliches Grinsen und ein “Bye!” zum Abschied bekommen, dann war es auch schon wieder vorbei. Entgegen meiner Erwartungen bin ich danach auch nicht in Ohnmacht gefallen – aber einen euphorischen Hüpfer und einen lauten Juchzer konnte ich mir dann doch nicht verkneifen, als ich wieder aus dem Raum raus war. Er hat mich umarmt! Awww! Ich wusste es, ich werde ihn doch noch eines Tages heiraten! 
Beim abholen der Bilder fiel mir dann natürlich später unglaublich vieles auf was mir nicht passte; ich grinse blöd, die Brille sitzt schief und zu tief, und meine Haare lagen auch schonmal besser. Netterweise behaupten aber alle das würde alles gar nicht stimmen. ^^

In dem Raum mit den Fotokulissen bekamen wir dann zufällig noch einen waschechten Klingonenkampf mit. Ein Klingonen hatte es gewagt sich gegen seine Vorgesetzte aufzulehnen, dafür hat sie ihm dann eine gehörige Tracht Prügel verpasst – so heftig dass er glatt seine Klingonenstirn dabei verlor.
Leider hat meine Kamera die schnellen Bewegungen nicht wirklich verkraftet und auch der Blitz war irgendwie ohne Effekt – ein paar nette Bilder sind aber doch noch dabei rumgekommen.
Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Und auch auf dem Rückweg gab es wieder Ärger mit der Deutschen Bahn: Da blieb der Zug einfach kurz vor dem Bonner Hauptbahnhof in Sechtem stehen. Aufgrund eines unvorhergesehenen Problems auf der Strecke müsse die Fahrt leider auf unbestimmte Zeit unterbrochen werden. Allgemeine Verärgerung der Fahrgäste, panische Mütter die mit ihren Babys verzweifelt einen Schaffner suchten, nach Hilfe telefonierende Jugendliche und ein iPhone mit nur noch 10 % Akku – alles sehr unschön.
Nach etwa einer halben Stunde ging es dann endlich weiter, allerdings nur sehr langsam, und das “unvorhergesehene Problem” entpuppte sich als Baustelle an den Gleisen neben der Strecke, bei denen wohl irgendetwas schiefgegangen sein muss – denn die Baustelle ist sicherlich nicht plötzlich da vom Himmel gefallen.
Sehr interessant ist übrigens auch, wie solch ein Ereignis sich völlig unbekannte Fahrgäste zusammenschweißt: Plötzlich reden alle miteinander, überlegen gemeinsam ob es alternative Verkehrsmittel in der Nähe gibt, wie man die Bahn dazu bringt der Mutter mit dem Säugling ein Taxi zu bezahlen und regen sich kollektiv über die Deutsche Bahn auf. 
Gegen 22 Uhr abends war ich dann wieder zuhause und ein toller Tag vorbei. Mein erster FedCon-Besuch war richtig toll und ich bin mir sicher, dass ich wiederkommen werde – wahrscheinlich schon im nächsten Jahr. Und dann kommt vielleicht auch der Pattepu mit, der ja dann schon fast 5 Jahre alt ist – Zeit für einen Größenvergleich mit R2D2! 
Alle Bilder von meinem FedCon-Tag könnt ihr euch dann noch in der nachfolgenden Galerie ansehen, die übrigens auch der Grund ist weshalb dieser Beitrag so spät kommt: Sie benötigte eine aktuellere WordPress Version, diese benötigte eine aktuellere Version von php und mySQL, und diese wiederum einen Server-Umzug bei meinem Hoster. Den Rest könnt ihr hier nachlesen, das Ganze zog sich dann ein klitzekleines Bisschen hin. ^^ Aber hier ist er ja nun – besser spät als nie!