Eine Vampirserie, eine Hausarbeit und vieeel Zeit

Seit einigen Semestern studiere ich bekanntlich Germanistik und Medienkommunikation in Bonn. Für die Übung Gender Studies musste ich im vergangenen Semester eine Hausarbeit schreiben und entschied mich nach viel Grübelei für das Thema Homosexualität in amerikanischen TV-Serien. Ich hatte vor, einige Serien zu analysieren und so die Entwicklung der Darstellung von Homosexualität darzulegen. Als aktuellstes Beispiel hatte ich dazu True Blood ausgewählt, eine Vampirserie die derzeit in den USA sehr erfolgreich läuft und seit März auch endlich im deutschen Free-TV zu sehen ist.

Mein Dozent fand das allerdings so lala – eben bis ich auf True Blood zu sprechen kam. Darin lassen sich nämlich einige Kennzeichen ausmachen, die die Vampire, die in True Blood an die Öffentlichkeit getreten sind und um ihre Anerkennung in der Gesellschaft kämpfen, in Analogie zum Kampf um Homosexuellenrechte in den USA stellen. Das gefiel ihm irgendwie. Und so wurde aus der Hausarbeit eine über Homosexualität in True Blood, mit einem kurzen Abriss über die Geschichte der Homosexualität in US-TV-Serien als Einführung und Erläuterung des Untersuchungszieles.

Irre cool, oder? Fand ich auch. Na gut, finde ich immer noch – aber ich hätte nicht gedacht, dass es so ein Haufen Arbeit ist! Am Dienstag habe ich die Arbeit abgegeben – bis dahin saß ich durchgängig zwei Wochen lang jeden Abend ca. 6 Stunden am PC und habe geschrieben. Dazu etwa ein Monat Literaturrecherche und Googelei nach amerikanischen Presseberichten über True Blood. Außerdem musste ich für sämtliche Szenen, die ich in meiner Arbeit verwendet habe, ein Protokoll anfertigen. Im Originalton, auf englisch. Um genauer zu sein: Südstaatenenglisch! Das war krass, ich habe mir einigen Szenen sicher 50mal anschauen müssen, bis ich endlich verstanden habe was dort gesagt wurde.

Solltet ihr euch also jemals dazu hinreißen lassen, eine filmanalytische Arbeit über eine Serie zu schreiben, sucht euch am besten eine deutsche aus. smilie Ich bin schon froh dass ich es jetzt geschafft habe und hoffentlich in Zukunft dann auch wieder mehr Zeit zum bloggen finde. Aber trotz der vielen Arbeit, es hat auf jeden Fall mehr Spass gemacht als die üblichen Hausarbeiten, und ich bin tierisch gespannt was ich für eine Note bekomme. Ich persönlich finde meine Arbeit ja sehr gelungen! smilie

Ich hasse Basis!

Ernsthaft. Ich hasse Basis. Basis, das ist das Anmeldesystem der Uni Bonn. Alles, Prüfungen, Vorlesungen, Übungen, muss hier angemeldet werden – online, nach dem einloggen mit dem Uniaccount, den man mit der Einschreibung erhält.

Klingt praktisch. Nur dummerweise ist Basis total verbuggt. Allein in diesem Semester wurde eine Vorlesung, für die ich mich in der Nachmeldefrist eingetragen hatte, nicht angemeldet, und ein komplettes Modul im Hauptfach Germanistik weigert sich einfach, mich für die Prüfung zuzulassen.

Wie gesagt. Ich hasse Basis. smilie

Romani eunt domus!

Dieses Semester ist ein Alptraum wahrgeworden: Nach langen Jahren glücklicher verwirrungsloser Zeit ist es wieder da: das Schreckgespenst, das Monster, das … Latein. In der Schule aufgegeben aufgrund akuten Nicht-Kapierens, bin ich jetzt in der unglücklichen Lage mein Latinum nachholen zu müssen, weil ich es für den Master in Germanistik brauchen werde.

Mit großen Bedenken hinsichtlich meines inneren Gemütszustandes fand ich mich also zu Semesterbeginn im Latein-Unterricht ein – gewappnet gegen das Grauen, das da kommen sollte. Gegen Ablative, Vokative, AcI’s und wie sie alle heißen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es niemals Römer gegeben hat – oder dass sie zumindest kein Latein sprachen. Nein, in Wahrheit wurde Latein von irgendeinem richtig fiesen Lehrer erfunden, der nichts lieber tut als Schüler und/oder Studenten zu quälen! smilie

Was hat das alles mit dem Titel zu tun? Das ist jenes denkwürdige Zitat aus der einzigen schönen Lateinstunde meines Lebens: Als wir in der 9. Klasse “Das Leben des Brian” von Monty Phyton geguckt haben. Ja, richtig gelesen: In Latein. Wegen dieses einen Satzes, der da lautet: “Romani eunt domus” und heißen soll: “Römer geht nach Hause”. Hat er Recht mit, der Brian – ist aber grammatikalisch unkorrekt. Und, kann mir einer von euch sagen wie es richtig heißen muss? Lateiner unter euch? smilie Aber psst, wenn ihr die Antwort aus dem Film kennt! smilie

Tristan und Isolde

Im neuen Semester gibt es erneut eine Übung im Modul Mediävistik. Im letzten Semester ging es um das Vorzeigewerk der mittelalterlichen deutschen Literatur: Das Nibelungenlied. In diesem Semester ist der Haupttext “Tristan” von Gottfried von Straßburg.

Das Nibelungenlied war schon wirklich streckenweise sehr anstrengend zu lesen. Seitenweise Beschreibungen der blutigen Schlacht am Ende des Buches lassen den Leser miterleben, wie Volker, der Spielmann, tausende von Hunnen mit seiner Geige erschlägt. Sehr realistisch.

Aber das ist gar nichts gegen Tristan. Offensichtlich hat der gute Gottfried hin und wieder gewisse poetische Ergüsse, in denen er sich über die Eigenarten und Schmerzen der Liebe auslässt. Und das über mehrere Dutzend Seiten lang.

Noch faszinierender aber sind die Charaktere. Tristan und Isolde, falls ihr die Geschichte nicht kennen solltet, lieben sich, müssen ihre Liebe aber geheimhalten, weil Isolde mit König Marke, Tristans Onkel, verheiratet ist. So betrügen die zwei munter über Jahre hinweg Marke, der große Stücke auf beide hält. Aber obwohl er ein Dutzend mal immer zwingendere Beweise für ihren Betrug findet, lässt er sich jedes Mal wieder davon überzeugen, dass sie unschuldig sind. Tristan und Isolde denken sich immer abgedrehtere Tricks aus, um sich unschuldig zu präsentieren.

Am Ende bekommen sie dann aber doch noch ihre Rechnung. Beide sterben, weil Tristan eine andere Frau (die nebenbei auch Isolde heißt) kennenlernt und diese auch nicht unbegabt im intrigieren ist. Und der gute Marke, der mittlerweile genau weiß was abging, vergibt ihnen nach Ihrem Tode noch alles, weil er erfährt dass sie sich nur durch einen magischen Liebestrank verliebten. Hach, was wär so ein Liebestrank doch eine praktische Ausrede für alle untreuen Gestalten heutzutage. smilie

Manchmal möchte ich wieder Akten kopieren

Bachelor-Studenten haben ein hartes Leben. Im Grunde könnte man auch weiter zur Schule gehen. Die meisten Vorlesungen (die jetzt übrigens Plenum heißen) und Übungen sind vorgegegeben, es gibt kaum Wahlmöglichkeiten. Ständig Klausuren, für die man Stoff pauken muss, der einen im Grunde nicht interessiert – dabei soll ein Studium doch eigentlich eigenverantwortliches Lernen bedeuten. Idealbild ist für mich das Studium um des Studierens willen, nicht verschultes Lernen mit Anwesenheitslisten und Sanktionen bei mehr als zweimaligem Fehlen. Und das Ding ist halt: Ich hasse Schule. Wie die Pest.

Aber so ist es nunmal. Da sehne ich mich manchmal zurück nach meiner Ausbildungszeit. Ich habe nämlich Rechtsanwaltsfachangestellte gelernt, und da musste ich nicht lernen. Die Berufsschule war so pupseinfach dass ich fast nie da war und trotzdem in der Prüfung mit 1,x abschnitt. Also nix mit Schule. Und auf der Arbeit habe ich eine Menge Akten kopiert. Das heißt: a) Einen Stapel Blätter aus Akte A nehmen, in den automatischen Einzug legen und warten. Währenddessen kann man sich fantastisch kreativ beschäftigen. So hing über unserem Kopierer nach einiger Zeit eine Karikatur aller Mitarbeiter, gezeichnet auf einer Pappunterseite einer Papier-Schreibtischunterlage.

Nächster Schritt: b) Kopierte Blätter wieder einheften, c) Kopien lochen und ebenfalls einheften. Ihr seht, das ist keine wirkliche Herausforderung. Aber irgendwie hat’s Spaß gemacht. Manchmal. smilie

Dozenten gibts…

…die gibt’s gar nicht. Aber fangen wir von vorne an. Da haben wir den guten Herrn Meier*, seines Zeichens Dozent. Er lehrt nicht nur bei uns, sondern wohl auch noch an einigen anderen Unis – weswegen er auch immer zu spät kommt. Blame the train, er reist nämlich immer extra an um uns mit seiner Weisheit zu beglücken. Und der böse Zug kommt halt immer zu spät.

Neben einigen unschönen Eigenarten wie der Angewohnheit, ständig irgendwelche Aufzeichnungen von Zitaten vorzuspielen – selbstverständlich von ihm gesprochen – die leider absolut unverständlich sind; Windows XP auf einem Macbook installiert zu haben und ach überhaupt! – hat er dummerweise das Pech, eine ziemlich langweilige Vorlesung erwischt zu haben.

Aber heute hat er einen richtigen Knaller gebracht: Nachdem er ankündigte heute eine “gemütliche Weihnachtssitzung” zu veranstalten, startete er einen seltsamen Film. Seinen Kommentar dazu habe ich nicht verstanden, da es zu laut war. Allerdings war der wohl auch ziemlich irrelevant, denn nur Minuten später verkündete er, wir sollten uns nicht wundern, er wäre jetzt kurz weg. Er müsse nämlich jemanden vom Bahnhof abholen.

Ja, und dann ging er. Nach einigen Sekunden unverständigen Starrens auf den projizierten Film und das leere Dozentenpult entschieden sich im Folgenden die meisten von uns, den Hörsaal zu verlassen. Und so bin ich jetzt auf dem Weg nach Hause. Und – was hättet ihr gemacht? Wärt ihr geblieben?

*Name geändert *g*

Warten aufs Tutorium

Ich sollte wirklich öfter meinen Uni-Mailaccount abrufen. Hätte ich das getan, dann hätte ich nämlich mitbekommen, dass meine 12-Uhr-Übung heute ausfällt. Prinzipiell habe ich ja nichts gegen Ausfälle – aber irgendwie ist es mir halt lieber, wenn sie a) am Anfang des Stundenplans für den akuellen Tag liegen und vorher bekannt sind oder b) falls sie nicht vorher bekannt sind am Ende des Stundenplans liegen. So ungeplant zwischendrin, das mag ich gar nicht.

So sitze ich nun hier auf der Treppe vor dem Übungsraum und warte, dass es 14 Uhr wird, damit ich das Tutorium hinter mich bringen kann. Danach ist nämlich Schluss für heute und ich kann endlich nach Hause, zum Pattepu und meinem bequemen Sofa. Bis dahin spiele ich halt noch ein bisschen mit dem iPhone-Hund. smilie

Jetzt kann’s losgehen

Heute habe ich mich bei der Uni Bonn eingeschrieben. War eine ganz schöne Aktion! Die Einschreibungsfrist war vom 21. bis 22.09.2009. Genau, zwei Tage! Und das Studentensekretariat hat nur vormittags auf. Jedenfalls stand es so in meinen Unterlagen.

Eigentlich wollte ich schon gestern gehen. So habe ich also am Sonntagabend alle Unterlagen zusammengesucht. Ich war mir sicher, dass ich alle habe: Abizeugnis, Exmatrikulation vom Jurastudium, Personalausweis, Einschreibeformular, Zulassungsbescheid, Bescheinigung der Krankenkasse sowie für den Ausnahmeantrag von der Studiengebühr eine Kopie von der Geburtsurkunde meines Sohnes.

Und dann der Schock: Wo ist die Bescheinigung der Krankenkasse? Ich hatte sie vor gut einem Monat angefordert und das ganze danach gedanklich abgehakt – und nun fiel mir auf, dass sie nie angekommen war. Gut, nicht so schlimm. Ich fasste den Entschluss einfach einen früheren Bus zu nehmen – Tom hat Frühschicht und ich somit kein Auto – um dann vorher noch in Duisdorf die Bescheinigung bei der Geschäftsstelle der Krankenkasse abzuholen.

Dann habe ich mir, pedantisch wie ich bin, Gott sei Dank noch einmal alles durchgelesen. Und festgestellt, dass ich für den Ausnahmeantrag noch eine Meldebestätigung für mich und den Pattepu brauchte! Komisch, ich hatte doch im Sekretariat nachgefragt was ich für den Antrag benötige, und dort wurde mir nur gesagt, dass ich eine Kopie der Geburtsurkunde vorlegen muss!

Das Rathaus hat auch nur vormittags auf. Mit dem Bus erst nach Niederkassel, dann nach Duisdorf und dann zum Sekretariat, das hätte ich niemals geschafft. Also bin ich gestern morgen zum Rathaus gefahren und habe eine Meldebestätigung abgeholt. 4 Euro hin und zurück, 6 Euro für die Bestätigung. Nachmittags mit em Auto nach Duisdorf, für die Bescheiningung der Krankenkasse. Und heute morgen ging es dan endlich zur Einschreibung nach Bonn. Pro Fahrt 3,30. Macht summa summarum 16,60 Euro für die ganze Aktion. *bg* Da soll noch einmal jemand sagen, öffentliche Verkehrsmittel seien günstiger! Wie gut dass ich ab Oktober wieder mein Studententicket habe.

Dann geht es also bald los! Endlich. smilie

Jetzt kanns losgehen

In diesem Augenblick halte ich meine Zulassungsbescheinigung der Uni Bonn in den Händen. Gerade eben ist sie angekommen: Germanistik im Hauptfach und Medienkommunikation im Nebenfach. Das ganze nennt sich dann neuerdings Bachelor of Arts.

Nun kann es also losgehen! Der Pattepu ist in der Kita gut untergebracht, meine Zulassung ist da, ich kanns gar nicht glauben wie gut alles läuft in letzter Zeit. Noch ein Grund, der für eine akute Glückssträhne oder auch ein generelles erhöhtes Glücksaufkommen spricht. smilie

Meine erste Leiche…

Today I saw my first corpse. No, you didn’t misread: A real dead corpse. (Of course I don’t believe that there are living corpses… ) Unsuspectingly I’m sitting in the forensic medicine lecture, when suddenly the professor begs the front ranks to follow him towards the autopsy hall. So we stand up and trot after him honestly.

Inside the autopsy hall it smells a bit rummy, but it’s bearable. When entering, we already see a bier with a white drapery on it in the middle of the room. Under the drapery we can surmise a body. The professor puts on his gloves and we all stand around the bier and gaze at what is lying there, some of us more curiously, the others less. smilie

The the professor pulls down the drapery carefully so that we can see the torso. The head is covered by a towel. A very thin, nearly white body is lying on the bier. Our dead person assumedly died in consequence of a malpractice, but we don’t know it certainly yet, first the autopsy has to be accomplished. We get shown the postmortem lividity and the incision in his throat for artificial respiration.

A quarter of an hour later it’s over and we return to the lecture hall. At least it wasn’t as upsetting as I had imagined. Appears to be very fragile, such a dead body, you get sort of sad and you become aware very clearly that life will end some day.